Verlosung zum Welttag des Buches

Heute gibt es einen sehr kurzer Blog-Eintrag, denn gerade hat sich entschieden, wer Erklärt Pereira erhält. Ich habe alle Kommentare nach Einsendedatum nummeriert und dann das Los entscheiden lassen (über random.org). Herausgekommen ist im Endeffekt Buchpost, was mich persönlich auch sehr freut, weil Anna da ein wirklich lesenswertes Blog schreibt, das sich alle, die es noch nicht getan haben, vormerken sollten. Insofern bleibt mir erstmal nichts anderes, als meinen herzlichen Glückwunsch auszusprechen!

Die E-Mail ist schon rausgegangen. Wenn nicht binnen 48 Stunden eine Antwort erfolgt, wird eine neue Person für den Gewinn ausgelost.

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Blogger schenken Lesefreude, erklärt Pereira

Gestern gab es eine Reiher jener Dinge, die man wohl „unvorhergesehene Ereignisse“ nennt. Ich bin darum nicht dazu gekommen, einen Artikel zum Welttag des Buches online zu stellen. Das war natürlich eigentlich ganz anders geplant, denn wie ich schon vor einigen Wochen bekannt gegeben habe, nehme ich an der Aktion Blogger schenken Lesefreude teil. Das soll natürlich vor allem wirklich Lesefreude vermitteln, aber ein bisschen Publicity für das eigene Blog erhofft man sich wohl auch. In dem Zusammenhang will ich auch noch kurz erwähnen, dass ich auch bei Facebook bin, wo ihr meine Seite gerne liken könnt, wenn ihr möchtet. Leider gibt es nicht viele Bloggende, die bei der Aktion Weltliteratur verlosen, oft sind es Werke aus den einschlägigen Bestsellerlisten, Fantasy oder Liebesromane. Das ist sicher vollkommen in Ordnung, trotzdem dachte ich, dass ich mit einigen anderen zusammen in eine eher anspruchsvolle Richtung einschlagen möchte. Zugleich sollte das Buch auch nicht so speziell sein, dass es nur von einem ganz kleinen Teil aller Alphabetisierten gewünscht wird. Und möglichst sollte es auch noch einen Wert außerhalb des rein Literarischen haben, spannend oder lustig sein. Zudem sollte es weder zu große Bekanntheit besitzen (Goethe: Faust) noch zu unbekannt (Sternheim: 1913) sein. Dieser Spagat in viele Richtungen war gar nicht so einfach wie gedacht. Aber nachdem ich ein paar Tage überlegt habe, ist mir doch noch ein geeignetes Werk eingefallen und so gibt es heute einen Roman des italienischen Schriftstellers Antonio Tabucchi zu gewinnen: Erklärt Pereira.

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Tabucchi lässt sein Buch im Portugal des Jahres 1938 spielen. Seit fünf Jahren versteht sich der iberischen Staat als Estado Novo, eine faschistische Diktatur unter der Führung des ehemaligen Wirtschaftsprofessors António de Oliveira Salazar. Polizei und paramilitärische Milizen patroullieren in den Straßen Lissabons und verbreiten ein Klima der Angst und Unfreiheit. Besonders Kommunisten und Anarchisten sind seit dem Beginn des spanischen Bürgerkriegs Repressionen ausgesetzt. Nicht so der Kulturredakteur Pereira, welcher für die Lisboa Artikel schreibt: Er ist nur am Rande von den Einschränkungen der Zensur betroffen und kümmert sich auch sonst wenig um die Politik, um die Gesellschaft, in welcher er lebt. Das ändert sich, als er eines Tages die Bekanntschaft des jungen Philosophieabsolventen Monteiro Rossi macht, der gegen das Regime kämpft und von den staatlichen Behörden verfolgt wird. Die beiden Männer freunden sich an und Pereira beginnt ein Stückchen aus seiner Lethargie zu entweichen, so dass er dem Verfolgten schließlich Unterschlupf bietet und selbst zum Ziel der faschistischen Repressionspolitik wird.

„Erklärt Pereira“ ist dabei ein Satz, der immer wieder fällt, eine Formulierung, die dem Untertitel des Romans gerecht wird: Eine Zeugenaussage. Ob es eine Aussage vor dem Tribunal ist oder ein nachträglicher, notierter Bericht im Rückblick auf den Estado Novo bleibt im Text selbst offen, auf jeden Fall ist es eine Innenperspektive aus einem diktatorischen Staat.

Was aus deutscher Perspektive manchmal für uns nachgeborene Generationen zwar immer gegenwärtig, aber auch deutlich entfernt scheint, war in Portugal noch weit bis in unser Jahrhundert hinein traurige Gegenwart. Erst am 25.04.1974 wurde mit der Nelkenrevolution der Faschismus besiegt und eine Aufarbeitung der Geschehnisse hat bis heute nicht zufriedenstellend stattgefunden. Das liegt sicher auch daran, dass der portugiesische Faschismus viel weniger nach außen gerichtet war, als es in Deutschland oder Italien der Fall gewesen ist. Zu leiden hatten vor allem die Menschen in Portugal und in den portugiesischen Kolonien. Die meisten Kolonien wurden nach Kriegen in den 1970er Jahren aufgegeben, doch Macao stand noch bis 1999 unter portugiesischer Verwaltung, Osttimor wurde sogar erst 2002 vollständig unabhängig.

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Die Thematisierung der portugiesischen Diktatur ist also noch immer hochaktuell, noch immer wichtig und notwendig. Erklärt Pereira ist eines der wenigen literarischen Werke, die sich mit dieser Epoche beschäftigen und internationalen Erfolg hatten. Ich verlose die dtv-Ausgabe der Übersetzung von Karin Fleischhandel. Damit es auch für alle barrierefrei ist, habe ich sie in Großdruck gewählt. Natürlich fällt der revolutionäre 25.04. noch mit in den Zeitraum, in dem ihr eure Kommentare hier hinterlassen könnt; bis um 23:59 Uhr des 28.04. könnt ihr euren Namen mit in den Auslosungstopf werfen. Verlost wird das Buch dann wie auf allen teilnehmenden Blogs der Aktion am 30.04. Wer Interesse an diesem beeindruckenden und wichtigen Roman hat, schreibe hier einfach einige Zeilen drunter, gerne auch eure eigene Meinung zur Aufarbeitung der europäischen Geschichte oder zur Gegenwart der Erinnerung an diese auch hier erst vor kurzem vergangenen Zeiten. Allen anderen möchte ich zumindest noch die 1998 erschienene Verfilmung ans Herz legen.

Welttag des Buches – Blogger schenken Lesefreude

Die Idee ist eigentlich ganz Einfach: Zum Welttag des Buches verlosen Blogger Bücher ihrer Wahl, Leseempfehlungen, Werke, von denen sie selbst so begeistert waren, dass sie sich wünschen, auch andere würden sie lesen. Am 23.04., dem Welttag des Buches, wird dann ein Post online gestellt, bei dem alle Kommentierenden die Chance haben, das Buch zu gewinnen. Ich selbst war von der Idee begeistert und dachte mir: „Da machst du einfach auch mal mit!“
bloggerAlso kurzerhand angemeldet und nun könnt ihr am 23.04. bei mir Sostiene Pereira von Antonio Tabucchi gewinnen. Freilich nicht als italienisches Original, sondern in der deutschsprachigen dtv-Ausgabe als Erklärt Pereira. Da hier ja nicht besonders viele Menschen mitlesen, ist die Chance natürlich besonders hoch, den Roman zu gewinnen. Lohnen wird es sich für dieses Meisterwerk des politisch-historischen Romans allemal. Wer selbst an der Aktion teilnehmen möchte, kann sich mit einem Formular dafür anmelden. Auch ein Besuch auf der Facebook-Seite der Initiatorinnen lohnt sich sicherlich. Inzwischen ist die Anzahl der Blogs schon auf fast 500 angewachsen und es werden Tag für Tag mehr. Selbst Verlage und die Presse sind inzwischen auf die Aktion aufmerksam geworden, so dass vielleicht auch etwas mehr davon in die Gesellschaft getragen wird. Hoffen wir also, dass wir alle zusammen einige Stückchen Lesefreude verschenken können.